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Kleine prosaische Filmographie

Bevor man über das Stockholmsyndrom berichtete, wußte ich längst, dass es existiert. Ich war 15 Jahre alt, als ich meinen ersten Kurzkrimi schrieb. Die einzige jedoch die meinen Krimi je lesen durfte, war meine Nachhilfelehrerin in Mathematik. Um es vorweg zu nehmen, in Mathe wurde ich nicht besser, aber ich bekam Bestnoten und Auszeichnungen für meine Wortschöpfungen und kreativen Beiträge zu diversen Veranstaltungen.

Der Schule folgte eine Ausbildung als Krankenschwester und ein zunächst geregeltes Leben im Dreischichtsystem in einem Pflegeheim. Ich tat diese Arbeit tatsächlich sehr gerne und war mit meinem Herzen bei der Pflege meiner alten und sterbenden Patienten. Menschen faszinierten mich schon immer, vor allem ihre spannenden und dramatischen Liebes- und Lebensgeschichten, die ich oft Nachts zu hören zu bekam, bei einer Zigarette und einem Schnaps aus dem geheimen Vorrat im fahrbaren Nachtschrank.

Mein Weg war wohl vorherbestimmt, denn ich ging nicht zum Film, sondern der Film kam zu mir. Er stand eines Tages vor meiner Tür. Das sind die Zufälle im Leben, von denen man später weiß, dass es so kommen musste. Also, der Film, besser gesagt ein Mann der für ein amerikanisches Filmprojekt arbeitete, stand eines Tages (1990) vor meiner Tür und ich am Morgen des darauffolgendes Tages am Set eines amerikanischen Kinofilms, mit einem Arbeitsvertrag in der Tasche. An diesem Morgen, es war ein kühler Herbsttag, wußte ich: Hier gehöre ich hin"! Eines Tages werde ich Filmgeschichte(n) schreiben. Ich machte mich also auf meinen Weg. Und der führte mich in 17 Jahren über diverse Sets amerikanischer und deutscher Film- und Fernsehgeschichten. Regisseure wie John Schlesinger, David Seltzer, Thomas Körfer und Edzard Onneken pflasterten meinen Weg von der Regieassistentin, in die Aufnahmeleitung, von der Requisiteurin in die Castingabteilung, über die Producerabteilung der OPAL Filmproduktion schlussendlich in das Autorenteam der Grundyproduktion "Hinter Gittern".

In die Filmgeschichte bin ich zwar noch nicht eingegangen und an dem Vorhaben "mir als Autor einen Namen zu machen" arbeite ich noch, aber die Ausgeburten meiner kreativen Phantasie haben inzwischen zu fünf verfilmten Drehbüchern (drei Bücher für "Küstenwache", ZDF und mehrere Treatments für "Hinter Gittern", RTL) geführt. Von den unzähligen Ideen in meinem Kopf und dem vielen beschriebenen Papier in meinen Schubladen mal ganz abgesehen.




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